Das königliche Jagdhaus

Königsjagdhütte

Seine Königliche Hoheit Prinz Wilhelm von Württemberg ließ im Jahre 1888 die "Jagdhütte Schönbuch" - wie die Königliche Jagdhütte damals genannt wurde - errichten. Sie steht auf dem Plateau des Steingart und kann wohl als "geräumiges Blockhaus" bezeichnet werden. Recht bescheiden ist die Hütte wohl deswegen ausgefallen, weil der auf Sparsamkeit bedachte Kronprinz sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, er habe zu viel Geld ausgegeben, zumal nach der Säkularisation das Abtshaus im ehemaligen Kloster Bebenhausen unter König Friedrich bereits zum königlichen Jagdschloss umgebaut worden war.

Die Königsjagdhütte wurde sogleich Lieblingsort des jagdlichen Geschehens des am 6. Oktober 1891 zum König von Württemberg gekrönten Prinzen. Über den Postbotenweg erhielt der König, wenn er auf der Königsjagdhütte weilte, wichtige Nachrichten.

Nichts desto trotz der nicht all zu prunkvollen Ausstattung wurde sie rasch gesellschaftlicher Mittelpunkt des jagdlichen Ge­schehens. Die Aussicht reicht über die Wurmlinger Kapelle bis zur Schwäbischen Alb. Im Gelände steht die Signaleiche; der gleichnamige Vorgänger dieses Baumes stand außerhalb der jetzigen Einfriedung.

Heute ist die Königsjagdhütte ein aus allen Richtungen gut zu erreichendes, beliebtes Ausflugsziel.

 

Wegbeschreibungen

Wegbeschreibung von Entringen zur Königsjagdhütte (30 Min Fußweg):

In Entringen rechts der Beschilderung "Zum Gärtle" folgen. An der Gaststätte "Zum Gärtle" vorbei den Berg hinauf an den Sportanlagen vorbei, immer gerade aus bis zum Waldeingang. Nach den Park-plätzen (bitte diese Parkmöglichkeit nutzen) nicht gerade aus zu den Schaugehegen und Spielplätzen, sondern links. Diesem Weg folgen, vorbei an der alten Pflanzschule bis zur Kreuzung. Diese über-queren und immer den Berg hinauf bis zur Königsjagdhütte.

 

Wegbeschreibung von Bebenhausen zur Königsjagdhütte (80 Min Fußweg):

In Bebenhausen, die 1. Möglichkeit nach dem Landgasthof Hirsch rechts, immer gerade aus (vom Rittweg (Waldhausen) kommend, die 1.Möglichkeit links). Am Waldeingang beim "geschlossenen Brunnen" nicht nach rechts zur Teufelsbrücke, sondern immer gerade aus bis man auf ein Gattertor stößt. Danach noch ca. 500 Meter, dann kommt links der "Beckles Garten". Dort dann rechts abbiegen, der Beschilderung Königsjagdhütte" folgen.

 

Die Gästebücher der Königlichen Jagdhütte

Nachdem S.K.H. Prinz Wilhelm von Württemberg am 1. April 1886 die Reviere Bebenhausen, Entringen, Herrenberg und Weil gepachtet hatte, ließ er im Jahre 1888 die "Jagdhütte Schönbuch" - wie die Königliche Jagdhütte damals genannt wurde - errichten. Der kgl. Oberförster Münst schreibt dazu in der Revierchronik: "Dieselbe - eine Blockhütte nach Schweizer Stil - enthält ein hübsches Wohnzimmer, für den Prinzen selbst ein Vorzimmer, welches zugleich Küche ist, einen Keller, Pferdestall, eine Wagenremise. Die Hütte, welche heizbar ist, ist einfach, aber hübsch möbliert und mit Hirschgeweihen dekoriert."

Die bescheidene Hütte wurde sogleich gesellschaftlicher Mittelpunkt des jagdlichen Geschehens des am 6. Oktober 1891 zum König von Württemberg gekrönten Prinzen. Dem Stil der Zeit entsprechend gab es auf der neuen Hütte seit der Einweihung auch ein wertvolles in Leder gebundenes, geprägtes und mit Silber beschlagenes Gästebuch. Dieses enthält nicht nur die Unterschriften der adeligen und nichtadeligen Gäste des Königs, sondern es ist auch reich mit Fotografien und vielen originellen, geradezu karikaturistischen Aquarellen und Skizzen des Malers H.Reck ausgestattet, der als persönlicher Freund des Königs regelmäßig zur Hirschjagd im Schönbuch eingeladen war.

Im Jahre 1921 wurde dann der hier ausgestellte zweite Band des Gästebuches angelegt, in welchem sich nur noch auf den ersten Seiten die Unterschriften der königlichen Jagdgesellschaft und des zurückgetretenen Königs selbst befinden. Auch nach dem letzten Eintrag von Königin Charlotte kündet es auf 250 Seiten von frohem Jagen und frohen Festen, jetzt mit Waldarbeitern, Forstleuten und Jägern und mit vielen Gästen aus Nah und Fern, vom einfachen Bürger bis zu den Ministerpräsidenten unseres Landes, und Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, welcher nicht selten der Wochenendpolitik der Bundesrepublik auf der Königlichen Jagdhütte nachging.

Die Gemeinde Dettenhausen als Mitträgerin des "Schönbuch-Museums" hat dann 1994 ein schönes handgebundenes Buch als dritten Band des Gästebuches der Königlichen Jagdhütte gestiftet.

Ebert

16.9.1999

Aus der Revierchronik des Königlichen Oberförsters Münst