Pflege

Entscheidend für die Entwicklung von artenreichen Wiesen sind Pflege und  Rahmenbedingungen. Günstig sind:

Mahd

  • ein- bis zweischürige Mahd
  • ideal für Pflanzen und Tiere: Mitte Juli und Ende September
  • nicht zu tief (5-8cm über dem Boden)
  • nicht alles gleichzeitig abmähen, sondern Streifen stehen lassen.

Keine Pflanze lebt ewig. Eine Wiese kann sich daher nur entwickeln, wenn die Pflanzen blühen und Früchte entwickeln können. Eine zu frühe Mahd stört die Pflanzen in ihrer Entwicklung, verhindert die Samenreife und führt dazu, dass Gräser die bunten Blühpflanzen verdrängen können.
Auch Insekten brauchen Zeit und Futterpflanzen für ihre Entwicklung: Schmetterlingsraupen schlüpfen, wachsen und häuten sich, verpuppen sich. Erst nach der Puppenzeit schlüpfen neue Schmetterlinge, die wieder Eier ablegen und die Art ins nächste Jahr retten können. Sinnvolle Mahdtermine für viele Pflanzen und Tiere sind Mitte Juli und Ende September.

Auf die Dauer sind alle Maßnahmen gut, die Vielfalt fördern - dazu gehört auch ein nicht einheitliches Mahdregime. Wird nicht die gesamte Fläche auf einmal gemäht, finden die überlebenden Tiere weiterhin Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Insbesondere Eier, Raupen und Puppen können beim Mähen nicht flüchten! Die entstehenden Altgrasstreifen oder -flecken werden erst bei der nächsten Mahd mitgemäht.
Ein netter Nebeneffekt ist, dass wir uns so an einem länger andauernden Blütenflor erfreuen können.
Wird ein Bereich im einen Jahr im Mai zum ersten Mal abgemäht und darf dafür im nächsten Jahr bis in den Juli stehen bleiben, kommen unterschiedliche Pflanzenarten in den Genuss von Licht und zur Samenreife. Das fördert die Artenvielfalt.

Wichtig ist auch, dass ein Teil der Wiese (beispielsweise "der hintere Rand" oder eine Insel) über den Winter stehen bleiben darf. Viele Insekten überwintern verborgen in und zwischen den Halmen, und auch Vögel finden dort Nahrung.

Magerer Standort

  • nicht düngen
  • Schnittgut abfahren, nicht mulchen (sprich: Schnittgut nicht auf der Fläche lassen)
  • evtl. vor der Einsaat mit Sand o.ä. abmagern

Wenn den Pflanzen viele Nährstoffe zur Verfügung stehen, werden sich rasch die Arten durchsetzen, die die Nährstoffe am schnellsten in Biomasse umsetzen können. Langsamer wachsende Arten werden verdrängt. Je magerer der Standort ist, desto mehr verschiedene Arten können sich halten.
Daher ist es wichtig, nicht zu Mulchen, sondern das Schnittgut trocknen zu lassen und abzufahren. Bei gut gedüngten Standorten kann es ratsam sein, in den ersten Jahren häufiger zu mähen, um über die entfernte Biomasse Nährstoffe aus dem Boden los zu werden.

Schneller geht die Abmagerung, wenn vor einer Neueinsaat der humus- und nährstoffreiche Oberboden abgetragen oder Sand / Kies in den Boden eingearbeitet wird.

 

Ansprechpartner
Projekt Blühender Naturpark

Rebecca Hurlebaus
07071 6026262
info-np-schoenbuch@rpt.bwl.de