Tiere im Schönbuch

Die meisten vorkommenden Tierarten sind auf den Wald als Lebensraum in irgendeiner Phase ihres Daseins angewiesen. Dabei sind in erster Linie die typischen Waldbewohner wie Rotwild, Reh, Wildschwein, Fuchs und Dachs zu nennen.

Aber auch eine Vielzahl von Vögeln sind auf den geschlossenen Wald angewiesen, wie der Specht oder die Hohltaube. Andere Arten dagegen sind auf offene Flächen spezialisiert und daher meist in den Tal- und Streuobst-wiesen oder an Waldrändern und Kulturflächen zu finden. Frösche, Salamander und Molche leben in den zahlreichen Feuchtgebieten des Naturparks.


Stieglitz © Erich Tomschi
Eichelhäher © Erich Tomschi

Vogelwelt

Prägend für den Naturpark Schönbuch sind seine alten, totholzreichen Laubholzbestände, insbesondere mit Eichen und Rotbuchen. Sie sind ein Paradies für Spechte. Hier kommen sieben der neun heimischen Spechtarten vor, von denen Schwarzspecht und Mittelspecht besonders oft anzutreffen sind.

Im Frühjahr sind die Rotbuchenwälder vom schwirrenden Gesang des Waldlaubsängers und vom melancholischen Flöten der Misteldrosseln erfüllt, über den Wipfeln kreisen Rot- und Schwarzmilane. Die heimliche Waldschnepfe bemerkt man nur, wenn man in der Dämmerung unterwegs ihr "Puizen" vernimmt.

An den Waldbächen, wie dem Goldersbach oder Arenbach, kann man mit etwas Glück die Wasseramsel beobachten, wie sie rasant den Wasserlauf entlangfliegt oder von den Steinen aus Tauchgänge nach Bachflohkrebsenunternimmt. Auch der seltene Eisvogel braucht die ruhigen, unverbauten Bäche zum Überleben. Denn hier kann er im pfeilschnellen Sturzflug Kleinfische erbeuten.

Eine Vielzahl von Nischen und Baumhöhlen bieten im Schönbuch Garten- und Waldbaumläufern, Halsband- und Grauschnäppern sowie Meisen, Kleibern und Staren ein üppiges Nistplatzangebot. In Jahren mit reichlicher Waldmast im Herbst können große Schwärme nordischer Bergfinken einfallen, die ein großartiges Naturschauspiel liefern.

Der Streuobstwiesengürtel um den Schönbuch herum bietet Lebensraum für bedrohte Arten wie Neuntöter, Gartenrotschwanz, Halsbandschnäpper und vereinzelt sogar für den Steinkauz. Zum Erhalt der vielfältigen Vogelwelt des Schönbuchs trägt die naturnahe Waldwirtschaft mit dem Erhalt von Habitatbäumen und dem Belassen von Totholz bei.


Junger Rotfuchs auf Erkundungstour © Werner Schaal
Feldhase © Erich Tomschi
Rehgeiss © Werner Schaal

Meister Reineke und andere Schönbuchbewohner

Der ideale Lebensraum für viele große Säugetiere muss vor allem eines haben: große, geschlossene Waldgebiete, durchsetzt mit Wiesen als Weidefläche. Nicht verwunderlich, dass gerade das Rotwild als rudelbildende Säugetiere zu den vorherrschenden Arten im Naturpark gehört, bietet dieser doch alles, was der Hirsch und seine Familie brauchen.

Viele andere Säuger sind auch in kleinen Wäldern in der freien Flur zu finden. Egal ob Pflanzenfresser oder Räuber - in der Ruhe des Schönbuchs finden sie alle optimale Lebensverhältnisse. Weitere typische Arten sind Reh, Wildschwein, Fuchs oder Dachs. Aber auch der Hase, der eigentlich eher ein Bewohner der freien Flächen ist, wird mehr als früher im Wald angetroffen. Durch die heutigen landwirtschaftlich genutzten Flächen verliert er zunehmend seinen ursprünglichen Lebensraum und findet im Schönbuch neue Rückzugsgebiete. Die meisten dieser Tiere sind auf Ruhe angewiesen. Lärm und Umtrieb bedeuten Stress, dem die Tiere nicht gewachsen sind. Jeder Erholungsuchende im Schönbuch sollte dies wissen und beachten.


Kleinsäuger im Schönbuch

Der nur von wenigen Straßen zerschnittene Schönbuch ist mit seinen ausgedehnten, vielfältigen Waldgebieten eine ideale Heimat für eine ganze Schar von kleineren Säugetieren. Der Naturpark bietet ihnen eine Umgebung, in der sie überleben können. Wie ausgewogen dabei das komplizierte Wirkungsgeflecht der Natur im Schönbuch ist, zeigt auch die Tatsache, dass selbst die natürlichen Fressfeinde der Kleinsäuger den Bestand nicht ernsthaft gefährden können. Eichhörnchen, Igel, Hermelin, Mauswiesel, Maulwurf, Siebenschläfer, Bisamratte, verschiedene Spitzmäuse und weitere verschiedene Mausarten fühlen sich in der einzigartigen Landschaft wohl.

Die reichhaltige Waldstruktur mit ihren eingesprengten Wiesen und der meist extensiv betriebenen Landwirtschaft an den Rändern des Naturparks sind Garanten dafür, dass auch die kommenden Generationen solche Tiere in der freien Natur erleben können.


Kaisermantel © Erich Tomschi

Insekten im Schönbuch

Der Schönbuch mit seinen vielfältigen Landschaftsformen bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten. Geschlossene, teils strukturreiche Wälder, Kulturflächen, Waldsäume und jede Menge feuchte Wiesen, Hecken und extensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen sind die Heimat vieler daran angepasster Insektenarten.

Ein besonders eindrucksvoller Vertreter ist der Hirschkäfer. Er ist auf die Eiche angewiesen, da sich seine fünfjährige Entwicklung vom Ei zum Jungkäfer in faulen Eichen oder verrottenden Wurzelstöcken vollzieht. Im Schönbuch kann er überleben, weil nur wenige Straßen den Naturpark durchqueren. Denn fatalerweise ist das Auto sein größter Feind, da er dem Licht folgt.

Doch auch die Waldameisen fühlen sich im Schönbuch wohl - ebenso wie Heuschrecken, zahlreiche und oft selten gewordene Schmetterlingsarten und Libellen oder seltene Wasserinsekten. Eine ernste Gefährdung dieser Artenvielfalt besteht lediglich durch die mutwillige Zerstörung der Lebensgrundlagen seitens des Menschen. Deshalb ist es auch Ziel des Naturparks, Informationen über das sensible natürliche Gleichgewicht zu geben, damit sich die Besucher des Schönbuchs auch zukünftig über eine intakte Natur freuen können.