Fledermäuse im Schönbuch

Lebensräume heimischer Fledermäuse

Naturnahe Mischwälder, Streuobstwiesen, Auwälder, Gewässer, Seen, Dachstöcke und Spalträume an Häusern sowie (Baum-) Höhlen sind Lebensräume, die Fledermäuse mögen.

Fledermäuse im Schönbuch

Der Schönbuch bietet mit seiner Vielfalt an Lebensräumen einen idealen Wohn- und Ernährungsraum für Fledermäuse. Mindestens 15 der etwa zwei Dutzend in Baden-Württemberg vorkommenden Fledermausarten haben hier ihr Refugium, darunter auch drei Arten, die als so genannte FFH-Arten (Flora-Fauna-Habitat) europaweit besonderen Schutz genießen: die Bechsteinfledermaus, das Große Mausohr und die Mopsfledermaus. Im Bannwald „Steinriegelhang“ konnte 2007 erstmals für den Tübinger Raum die stark bedrohte Brandtfledermaus nachgewiesen werden.
Voraussetzung für diese Artenvielfalt ist ein großes Angebot an Bäumen mit Höhlen, Spalten oder abgeplatzten Rindenstücken, die von den Fledermäusen tagsüber als Verstecke und zur Aufzucht der Jungen genutzt werden können sowie ein reichhaltiges Insektenvorkommen als Nahrungsgrundlage. Die Fledermäuse ihrerseits machen sich als „biologische Schädlingsbekämpfer“ nützlich.

Fledermäuse

  • Gehören zu den ältesten Säugetieren und fliegen seit über 50 Millionen Jahren durch die Nacht.
  • Sind keine direkten Verwandten der Mäuse.
  • In Baden-Württemberg gibt es über 20 verschiedene Fledermausarten.
  • Wiegen zwischen 4 und 35 Gramm und haben eine Flügelspannweite von 20 bis 40 Zentimetern (Deutschland).
  • Finden ihren Weg und ihre Beute durch Echoortung.
  • Fressen ausschließlich Insekten, Spinnen und andere Gliedertiere (Deutschland), eine Zwergfledermaus ca. 1.000 Mücken, ein Großes Mausohr 30 bis 40 Käfer pro Nacht.
  • Haben eine Blut leckende Verwandtschaft, die in Mittel- und Südamerika lebt.
  • Bekommen zwischen Mai und Juli ein Junges, selten Zwillinge.
  • Säugen ihre Jungen mit Milch.
  • Werden, je nach Fledermausart, 3 bis 30 Jahre alt.
  • Wohnen im Sommer in Gebäuden oder hohlen Bäumen.
  • Paaren sich im Spätsommer und Herbst.
  • Machen Winterschlaf in Höhlen, Kellern, Dächern oder Baumhöhlen.
  • Senken im Winterschlaf ihre Körpertemperatur auf die Temperatur der Umgebung ab.
  • Fliegen nicht in die Haare.
  • Sind harmlos und scheu.

Fliegende Säugetiere

Ohren und Augen: Fledermäuse sehen nicht sehr gut, hören dafür aber um so besser! Sie nehmen ihre Umwelt vor allem über das Gehör wahr und nutzen dafür die Echoortung.
Gebiss: Mit ihrem kräftigen Gebiss und ihren spitzen Zähnen können Fledermäuse den harten Chitinpanzer von Käfern oder Heuschrecken knacken. In Europa jagen sie Insekten, Spinnen und andere Gliedertiere.
Fell: Wie (fast) alle Säugetiere haben die Fledermäuse ein Fell, das wärmt und schützt.
Flügel: Die weiche und elastische Flügelhaut ist zwischen den Hand- und Flügelknochen (bzw. Arm- und Beinknochen) aufgespannt. Je nach Flügelform ist das Tier ein schneller Jäger oder kann sich wendig zwischen Bäumen und Büschen bewegen.

Was mache ich, wenn ich eine Fledermaus finde? 

  • Fledermäuse sind Wildtiere und können beißen. Umfassen Sie das Tier vorsichtig mit einem Handschuh, Schal, einer Stofftasche u. ä. 
  • Setzen Sie die Fledermaus in einen dicht schließenden Karton. Luftlöcher nicht vergessen! Legen Sie ein Tuch oder weiches Knüllpapier in den Karton als Versteckmöglichkeit.
  • Geben Sie einen mit Wasser gefüllten Deckelverschluss hinein, Karton eher kühl als warm stellen.
  • Sehen Sie eine Verletzung, dann sollten Sie die Fledermaus zum Tierarzt bringen; sehen Sie keine Verletzung und die Fledermaus fliegt abends nicht weg, rufen Sie uns an!
  • Finden Sie ein Jungtier (Mai bis Juli), rufen Sie uns bitte so schnell wie möglich an!

Nottelefon 0179 4972995 

Kleines Hilfsprogramm für Fledermausfreunde und die, die es werden möchten

  • Schaffen Sie wieder Wohnraum für unsere Nachtjäger, bei der nächsten Renovierung, beim Um- oder Neubau.
  • Hängen Sie an der Hauswand oder an einem Baumstamm einen Fledermauskasten auf (nicht an der Wetterseite). Der Anflug sollte frei von Hindernissen sein.
  • Lassen Sie in Ihrem Garten den einen oder anderen alten Baum stehen, nicht nur Spechte und Fledermäuse werden es Ihnen danken.
  • Schaffen Sie kleine Oasen in Ihrem Garten. Sie finden sicher eine Ecke, in der Sie fledermausfreundliche Blumen, Sträucher oder Bäume pflanzen können.
  • Gehen Sie sparsam und sorgfältig mit Chemikalien in Garten und Haus um.
  • Setzen Sie sich für den Erhalt von Feuchtgebieten ein.

Weitere Informationen berhalten Sie bei der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg (AGF).