Wald im Schönbuch

Buchenwald im Mai © Werner Schaal
Wurzelteller © Werner Schaal

Ein Besuch im Schönbuch an sich ist oft schon ein besonderes Erlebnis. Viel mehr entdecken und erleben kann man allerdings unter der sachkundigen Führung eines Spezialisten. Die Besucher sollen an das Ökosystem Wald herangeführt werden, um die Bedeutung und die Funktionsweise des Waldes kennen zu lernen. Hier bietet sich der Schönbuch aufgrund seiner landschaftlichen und biologischen Vielfalt als "Versuchsobjekt" geradezu an.

Die Klimaregulierung, Sauerstoffproduktion und Kohlendioxidspeicherung

Wald ist nicht nur schön, er ist auch ein wichtiger Faktor für die Klimaregulierung. Die Bäume und Pflanzen reichern die Luft mit Sauerstoff und Feuchtigkeit an und durch die Turbulenzen über dem Kronendach wird die Luft durchmischt. So dämpft der Schönbuch die Klimaextreme und sorgt für Frischluft in der Umgebung.

Interessantes Detail: Ein großer Baum produziert Sauerstoff für die Atemluft von 50 Menschen. Die Sauerstoffproduktion des Waldes ist eine der wichtigsten Grundlagen menschlichen Lebens. Kohlendioxid wird bei der Fotosynthese, dem pflanzlichen Stoffwechsel, in Holz umgesetzt. Verrottet das Holz am Ende seines Lebenszyklus', wird das CO2 wieder freigesetzt und der Kreislauf schließt sich. Bau- oder Möbelholz speichert CO2 langfristig. So leistet der Wald durch die Kohlendioxidspeicherung einen wichtigen Beitrag zur Klimastabilisierung. 

Der Lebensraum Wald

86 % der Naturparkfläche sind von Wald bedeckt. Diese Wälder sichern den Fortbestand zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Deshalb sind die naturnahe Waldbewirtschaftung und ein ganzes Netz von Waldbiotopen und Schutzgebieten so wichtig - sichern sie doch wiederum den Fortbestand dieser fantastischen Artenvielfalt. Aus diesem Grund ist der Schönbuch ein Teil von Natura 2000, einem europaweiten Verbund unterschiedlicher Schutzgebiete.

Boden- und Grundwasserschutz sowie Wasserspende

Waldbestand verhindert durch die Wurzeln der Bäume Erdrutsche und Bodenerosion durch Wasser, Wind und andere Einflüsse. Deshalb ist Wald der beste natürliche Bodenschutz. Außerdem ist er der beste Grundwasserschutz, denn ein intakter Waldboden wirkt wie ein perfekter Filter und garantiert so eine einwandfreie Trinkwasserqualität. Wenn Regenwasser versickert, wird es im Waldboden gespeichert und stetig an Quellen und das Grundwasser abgegeben. So sichert der Wald eine kontinuierliche Wasserspende.

Diese verantwortungsvolle Umwelterziehung ist notwendig, da der Mensch nur "schützt was er schätzt". Aus diesem Grund bieten die unteren Forstbehörden im Schönbuch für Jung und Alt Führungen an.