Die Sturmkatastrophen von 1990 und 1999

Gesplitterte Fichte © Werner Schaal
Sturmschäden im Arenbachtal © Werner Schaal
Weg mit Hindernissen © Werner Schaal
Sturmschäden durch Lothar 1999

Der erste große Rückschlag erfolgte im Frühjahr 1990 mit den Orkanen "Vivian und Wiebke", denen in Baden-Württemberg ca. 15 Mio. Festmeter Holz zum Opfer fielen. Waren schon damals die Wälder im Schönbuch stark geschädigt, so übertraf der Orkan "Lothar" am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 alle bisherigen Vorstellungen. Innerhalb weniger Stunden zog er ein Band der Verwüstung von Frankreich bis in den Süddeutschen Raum.

In Baden-Württemberg betrug der Sturmholzanfall ca. 29 Mio Festmeter. 

Etwa 1 Mio. Festmeter Holz fielen dem Orkan Lothar innerhalb weniger Stunden im Naturpark Schönbuch zum Opfer. Keine Baumart, ob sturmgefährdete Fichte alte Eichen und Buchen konnten dem Orkan trotzen. Auch jüngere, nach seitheriger forstlicher Überzeugung sturmsichere Bestände wurden geschädigt.

Katastrophe und Neubeginn in Einem

Für die Natur bedeutet der Sturm einen erheblichen Aderlass, da insbesondere alte Buchen und auch Mischbestände ökologisch von hoher Wertigkeit sind. Sie beherbergen durch ihren Totholzreichtum und die hohe Zahl an Höhlen eine Reihe von seltenen Tierarten. 

Andererseits bedeutet diese Situation für die Natur auch eine Chance zum Neubeginn. Es entstanden offene Strukturen, die von licht- und wärmeliebenden Tieren und Pflanzen schnell besiedelt wurden.

Zu welch fantastischer Regeneration die Natur fähig ist, zeigen die Ergebnisse des Bannwaldes "Silbersandgrube". Als Sturmfläche des Jahres 1990 wurde er aus jeglicher Bewirtschaftung herausgenommen und über Jahre hinweg wissenschaftlich intensiv betreut. Heute hat die Natur diese einst kahle Fläche vollständig zurückerobert - der Wald hat seinen Platz wieder eingenommen.