Bunter Blütensaum

Blütenreiche Säume an Wegen, Feldrändern und Gräben sind wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Pflanzen und Tiere unverzichtbare Bestandteile der Kulturlandschaft. Wegen ihrer linearen Struktur sind sie geeignet, Lebensräume miteinander zu vernetzen und den Biotopverbund zu fördern. Im Projekt werden deshalb neue Säume angelegt und vorhandene Strukturen optimiert.

Daneben sind Blühsaummischungen auch für Kleinflächen geeignet und ergeben bereits auf wenigen Quadratmetern ein ansprechendes Bild.

Durch den Einsatz von ausgewähltem Saatgut wird dabei gewährleistet, dass nur heimische und standortangepasste Pflanzen ausgesät werden. Ein weiteres Ziel ist es, Säume durch eine geeignete Pflege langfristig in einen guten ökologischen Zustand zu bringen/halten. Denn vieler dieser Blühsäume sind durch mangelnde Pflege und Nährstoffeintrag in einem schlechten ökologischen Zustand. (Quelle)

Geeignete Flächen 

Blütenreiche Säume eignen sich besonders auf nährstoffarmen Flächen, die gerne auch geschottert oder mit Sand durchsetzt sein dürfen. Schon kleine Flächen sind hilfreich, um Trittsteine für Insekten zu schaffen.

  • Brachen (zwischen Fabrikgebäuden)
  • Straßenränder
  • Kiesflächen im Garten, die durch eine Blumeninsel aufgewertet werden können
  • Unbefestigte Parkflächen
  • Ruderalflächen

Angebotene Mischungen

Der Naturpark bietet Ihnen zwei verschiedene Mischungen an. Eine ist für sonnige, die andere für schattige Standorte, auch zwischen Bäumen, geeignet. Dazwischen können beide Varianten zum Einsatz kommen, abhängig vom Licht werden sich unterschiedliche Arten durchsetzen. Während der Sonnen-Saum schon im zweiten Jahr wirklich schön aussieht, benötigt der Schatten-Saum allerdings 3-4 Jahre, um richtig "in die Puschen zu kommen". Es handelt sich um eine recht anspruchsvolle Mischung, für die etwas Geduld nötig ist. Dafür kann sie auch viele Jahre stehen bleiben.

Aussaat und Pflege

Optimal sind Ansaaten von März bis April oder August bis September. Blühsäume sehen im Aussaatjahr meist lückig aus und brauchen mehrere Jahre für ihre volle Entwicklung. Die Saatgutmischungen enthalten auch einige Einjährige, die rasch wachsen und blühen und schon im ersten Sommer für Blüten sorgen. In den Folgejahren werden sie von größeren Arten verdrängt.

Saatbeet-Vorbereitung

Die Bodenvorbereitung vor der Ansaat ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg. Das Saatbeet muss vor einer Einsaat frei von problematischen Wurzelunkräutern wie Quecke, Distel, Weißklee oder Winde sein.

Ist der Bodenanteil hoch genug, sollte er vor der Ansaat umgegraben oder gefräst werden. Anschließend sollte mit einer Hacke eine feinkrümelige Bodenstruktur hergestellt werden. Dieser Arbeitsschritt entfällt bei hohem Kiesanteil.

Ansaat – so wird’s gemacht

Vorzugsweise sollte vor beginnender feuchter Witterung gesät werden. Wildblumenkeimlinge benötigen mindestens 4-5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um optimal quellen und zur Keimung gelangen zu können.

Das Saatgut muss obenauf gesät und darf nicht eingearbeitet werden. Das unbedingt notwendige Anwalzen auf der Fläche sorgt für den benötigten Bodenschluss und eine gleichmäßige Keimung des Saatguts.

Um die geringen Mengen Wildsamen gleichmäßig auszubringen, ist es von Vorteil dem Saatgut einen Füllstoff beizugeben. Hier eignen sich Sand, Gries oder Sägespäne.

Ein Gramm Wildsaatgutsamen enthält durchschnittlich 1000 Körner. Selbst wenn nur 50 % des Saatguts keimt, ist eine mehr als ausreichende Deckung gegeben. Insbesondere Wildkräuter benötigen für die Ausbildung ihrer Blattrosetten genügend Raum, um sich zu starken Individuen zu entwickeln.

Pflege

Saum- und Blühmischungen werden generell nur einmal pro Jahr im Spätherbst oder besser im zeitigen Frühjahr gemäht. Die Mahd im Frühling bietet Insekten die Möglichkeit, an Stängeln und in hohlen Halmen zu überwintern und Vögeln Samenstände als Nahrung. Vor dem Neuaustrieb wird die Fläche dann abgeräumt. Man kann auch einen Teil der Fläche beim Mähen über den Winter stehenlassen.

Bei einer Aussaat im Frühjahr sollte abgeschätzt werden, ob gleich im ersten Jahr gemäht wird oder erst im zweiten Jahr.

Wichtig ist in jedem Fall, dass das Mahdgut abgeräumt wird. (Quelle)

Saatgut

Die für den Schönbuch verwendeten Samen-Mischungen werden über das Projekt an die Besitzer der Flächen weitergegeben. Es geht um bunte Zusammenstellungen von regional-zertifiziertem Saatgut heimischer Wildpflanzen. Hauptsächlich kommen krautige Stauden, Zweijährige und einige einjährige Pflanzen zum Einsatz.

Kleine Samentütchen, die für einen m² ausreichen, erhalten Sie gegen Rückporto bei der Geschäftsstelle des Naturparks. Wenn Sie eine größere Fläche einsäen möchten, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.