Geeignete Flächen

Wir suchen Flächen, auf denen entsprechende Wiesensaaten eingesät werden können. Geeignet sind Firmengelände, Straßenbegleitgrün, ganz allgemein Brachland inner- und außerorts usw., aber auch kleine Bereiche im Garten oder sogar Balkonkästen sind willkommen.

Wir bitten daher Städte, Gemeinden, Firmen und Privatleute, Grundstücke zu melden, auf denen eine auf die Region abgestimmte Blühmischung ausgebracht werden kann.

Wichtig ist, dass die Fläche für einige Jahre (mindestens 3) nicht umgepflügt wird.

Warum nicht umgraben?
Ungefähr 75% der heimischen nestbauenden Wildbienen legen ihre Kinderstuben im Boden an, sie sind endogäisch. Auch viele andere Insekten, beispielsweise 80% der Wegwespen, 60% der Grabwespen und die allermeisten Heuschrecken legen ihre Eier im Boden ab. Wird der Ablageplatz umgepflügt, geht die Brut verloren.

Was helfen kleine Flächen?
Auch kleinste Angebote können mithelfen, größere Lebensräume zu verbinden und so getrennte Populationen wieder zueinander bringen. Der Sinn liegt im genetischen Austausch: Je größer eine zusammenhängende Population ist, desto besser können Ausfälle durch Krankheit, schlechtes Wetter und auch der Verlust eines Teillebensraumes ausgeglichen werden. Außerdem werden Inzuchteffekte vermieden. Andersrum gilt: Je kleiner und isolierter eine Population ist, desto größer wird die Gefahr, dass sie durch ein Einzelereignis ausstirbt.

Insekten benötigen in ihrem Lebensraum vor allem zwei Dinge: geeignetes Futter für sich und ihre Larven und einen Platz, der zum Nestbau geeignet ist. Diese beiden Stellen dürfen nicht zu weit voneinander entfernt sein. Wildbienen beispielsweise verproviantieren ihre Eier mit Pollen/Nektar-Paketen, für die sie sehr oft zwischen Blütenpflanzen und Eiablageplatz hin- und her fliegen müssen. Je größer der Abstand ist, desto weniger Eier können sie in ihrem kurzen Erwachsenenleben verproviantieren: Eine Zunahme der Distanz zwischen Nest und Futterpflanzen um 150 Meter führt beispielsweise bei der Mauerbiene Hoplitis adunca zu zirka 25 % weniger versorgten Brutzellen. Dazu kommt, dass Parasitoide in der Zeit, in der das Weibchen auf Nahrungssuche ist, gemütlich die Chance haben, ihre eigenen Eier ins fremde Nest zu schmuggeln. Auch das trägt zu einem stark verringerten Bruterfolg bei.
Hier können auch blütenreiche Kleinstrukturen wie Gärten, begrünte Dächer und sogar Balkonkästen helfen! Scheuen Sie sich also nicht, selbst aktiv zu werden. Auch kleine Maßnahmen können etwas bewirken!

Hier können Sie ein Infoblatt (pdf) zur Flächenwahl herunterladen.

 

Ansprechpartner
Projekt Blühender Naturpark Schönbuch

Rebecca Hurlebaus
07071 6026262
info@naturpark-schoenbuch.de